
Die Anfänge der Marinekameradschaft Hameln liegen weitgehend im Dunkeln,
zumindest, was die Dokumente der Vereinsgründung angeht. Das Logbuch, wertvolle
Erinnerungstücke, Pokale, Gemälde und Fotos das alles ging im letzten
Krieg verloren. Und auch das Vereinslokal "Börse" versank durch
Kriegseinwirkung in Schutt und Asche, und damit ging auch die Fahne verloren.
Diese Chronik kann sich daher nur auf Erinnerungen älterer Kameraden stützen,
die zu anderen Anlässen aufgezeichnet worden sind.
Von 1890 bis 1902 fuhren sie als kaiserliche Matrosen zur See - die damaligen
Kameraden Haberland, Bock, Ernst, Blöhse, Müller, v.d. Heyde, Losch,
Effenberg und Hartmann. Und beschlossen, eine Kameradschaft zu gründen,
um auch nach der Seefahrt-Zeit Kontakte zu pflegen und Erinnerungen auszutauschen:
die Marinekameradschaft Hameln war geboren. Mit 14 weiteren Seemännern
aus der Umgebung trafen sich die Mitglieder, die den Kameraden Haberland zu
ihrem Vorsitzenden wählten, fortan einmal in der "Börse",
und die Mitgliederzahl wuchs beständig. Die engen Bande auf See setzten
diese Männer so in schöner Tradition im Binnenland fort.
In den 40er Jahren gab es auch schon eine Marinejugend, die unmittelbar an der Humme-Mündung
ein eigenes Domizil hatte. Hier lernten die jungen Wasserratten unter fachmännischer
Anleitung, Knoten zu erstellen, Spleißen oder Morsen. 1945 wurde diese
Heimstätte allerdings zerstört, ein erneueter Versuch zur Gründung
einer Jugendgruppe lange Zeit nicht gewagt.
Mit knapp 200 Mitgliedern ist die Marinekameradschaft Hameln heute eine der größten in Niedersachsen.
Ihre Ziele sind die des Deutschen Marinebundes - sie ist überparteilich
und überkonfessionell. Waren es früher vorwiegend Ehemalige der Kriegs-
und später der Bundesmarine, die sich hier zusammenfanden, so hat sich
dieses Bild gewandelt. Der MK Hameln gehören heute Mitglieder aus allen
Berufssparten an, Männer wie (seit einigen Jahren auch) Frauen, die verbunden
sind durch ihre Liebe zum Wasser.
Geprägt ist die MK durch ein reges Vereinsleben, um das sie von vielen beneidet wird. Jeden Monat einmal treffen sich die Mitglieder
zu einer Versammlung an Bord des Heimschiffs "Pluto", einmal im Jahr
gibt es das traditionelle Labskausessen. Auch das Sommerfest hat bereits Tradition,
und hier sind genauso wie beim Labkaus die Besatzungsmitglieder des Patenboots
"Hameln" gern gesehene Gäste. Apropos Patenboot: Zwar ist offiziell
die Stadt Hameln Träger der Patenschaft zu dem in Olpenitz an der Schlei
stationierten Hohlstablenkboot, doch die Marinekameradschaft ist es, die diese
mit Leben erfüllt. Besuche und Gegenbesuch sind fester Bestandteil der
Beziehungen, und die Namen der ehemaligen Kommandaten zieren als Ehrenmitgliederdie Liste der MK.