Der 1.Vorsitzende der Marinekameradschaft Hameln hatte für die Mitglieder eine exclusive Führung in der Meyer-Werft Papenburg organisiert. Am frühen Samstagmorgen fuhren 35 Mitglieder mit dem Bus in Richtung Papenburg los. Gegen 10.15 Uhr kamen sie dort an. Ein Betriebsratvorsitzender der Meyer-Werft hatte sich die Zeit genommen, um die Führung zu veranstalten. Nachdem jeder Besucher mit Helm und einer Schutzbrille versorgt worden war, gab es eine kurze Filmvorführung über das Unternehmen.
Gegründet wurde die Meyer-Werft 1795 und ist heute in sechster Generation im Besitz der Familie Meyer. 1975 wechselte die Meyer-Werft ihren Standort innerhalb Papenburgs und zog an den Stadtrand. Dort arbeiten heute fast 2800 Mitarbeiter in 12 Berufen. Die Firma bekommt Aufträge aus aller Welt und baut für Reedereien wie AIDA cruises, Celebrity cruises, Disney cruise line und andere.
Die Führung durch die Hallen, direkt bis an die Schiffe heran war für jedes Mitglied der MK überaus interessant und das Staunen war in allen Gesichtern zu sehen. Immer wieder werden Bauweisen bzw. der Bau der Schiffe verändert, um schneller zu werden und auf dem Weltmarkt mithalten zu können. Die Tätigkeitsbereiche sind mit modernster Computertechnologie ausgestattet und die Entwürfe werden an Simulationen erstellt. Der Entwurf mit Änderungen bis zur Auftragserteilung kann bis zu 4 Jahre dauern.
Die Schiffe werden aus einzelnen Bausteinen zusammen gesetzt. In diesen Bausteinen sind Rohre und Isolierungen bereits enthalten. Alles dieses wird in einzelnen Hallen vorbereitet und die Teile per Laser zugeschnitten. Der Zusammenbau geht ziemlich schnell, wenn man die Größe der Schiffe bedenkt. Luxusschiffe wie die AIDAsol mit 32,5m Breite und 252m Länge werden innerhalb von 12 bis 16 Monaten montiert. Die Schlafkabinen werden ebenfalls vorgefertigt und dann über eine große Luke direkt in die Schiffe gebracht und dort verschweißt. Pro Schiff wird bis zu 50.000 qm² Teppich und 22.000 km Kabel verlegt. Diese Zahlen sind wirklich gigantisch und wenn man dann in einer Halle steht, die 75m hoch ist und dann an einem Schiff in die Höhe schaut, dass fast unter die Decke stößt, obwohl es in einem riesigen Trockendock liegt, dass bestimmt noch einmal 10m in die Tiefe reicht (wenn nicht mehr), kommt man aus dem Staunen kaum heraus.
Aber die Meyer-Werft baut nicht nur Kreuzfahrt-, Flusskreuzfahrt- und Containerschiffe, sondern auch Fährschiffe, Gastanker und Tiertransporter. Nach mehr als 2 ½ Stunden waren wir am Werkstor wieder angekommen und gaben die Helme und Schutzbrillen wieder ab. Unser 1.Vorsitzender Hans-Hermann Weper überreichte als Dankeschön für die Führung unserem Werksführer eine kleine Hamelner Ratte.
Mit dem Bus ging es dann weiter in die Innenstadt, die jeder für sich noch 2 Stunden besichtigen konnte. Man genoss das gute Essen in den Gaststätten und schlenderte durch die mit einer Gracht durchzogenen Fußgängerzone. Überall grünte und blühte es. Alles war sauber und gepflegt. Bänke luden zum verweilen ein.
Gegen späten Nachmittag trat man dann wieder die Heimreise an. Ich glaube im Namen aller kann man nur sagen, dass Papenburg eine Reise wert ist und man so etwas mal gesehen haben sollte. Die Meyer-Werft hat ein Besucherzentrum, wo man nach Anmeldung durch Galerien streifen kann und von oben einen Blick in einzelne Hallen bekommt. Aber unsere Führung war schon ein echtes Highlight.
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